Der Insider


Einer der schönsten Stopps in Griechenland
Wer sein Boot in die Türkei überführt, etwa aus der Adria, sollte an diesem Hafen des Peloponnes auf keinen Fall vorbei fahren.
06.08.2014

Es gibt einige griechische Inseln, die auch auf Segler in der Türkei eine geradezu magische Anziehungskraft ausüben: Symi, Mykonos, Naoussa auf Paros, Naxos und eine ganze Reihe mehr. In diese gehört auch Monemvasia - auch wenn der Ort am Peleponnes gelegen etwas abseits der Routen liegt. Doch bei einem Besuch vor wenigen Wochen zeigte sich einmal wieder, wie schön der Ort ist - und dass sich eine Menge getan hat.

Wer nach Monemvasia segelt, kommt wegen der Altstadt, die wie von einem Künstler drapiert an einem Felsklotz liegt, der einer Trutzburg gleicht, steil aus dem tiefblauen Meer aufragt. Das uralte, noch vor wenigen Jahrzehnten fast verlassene Dorf ist wie ein Phönix auferstanden - auch dank diverser EU-Fördergelder, auf die gleich vier Hinweistafeln am alten Stadteingang hinweisen. Über drei Millionen Euro sind in mehreren Projekten in den letzten Jahren  in die Restaurierung der alten Gassen und Häuser investiert worden - selten wurden EU-Gelder sinnvoller genutzt. Die im ganz eigenen Naturstein-Stil des Peleponnes gehaltenen Häuser sind zum grossen Teil schmuck wieder hergerichtet. Nette Shops, Restaurants und kleine, sehr familiäre Pensionen und Hotels bringen genau die richtige Dosis an Besuchern, ohne gleich völlig überlaufen zu sein.


Die Gassen sind so schmal, dass Monemvasia autofrei ist. Die teils zerstörte, mächtige Aussenmauer, die den Ort wie ein Ring umschliesst, ist wieder aufgebaut worden. Die zur Ruinenstadt verfallene Oberstadt auf dem Hochplateau der Insel wird zurzeit restauriert (und ist für Besucher daher gesperrt).

Wird Monemvasia angelaufen, sollte die Crew auf jeden Fall vor dem Abbiegen in die Marina ein paar Runden mit der Yacht direkt vor der Altstadt drehen, die Kulisse vor den Ort ist fantastisch. Auch ein Anker-Badestopp ist dort möglich.  Die beeindruckendste Perspektive ist aber später die vom Pfad, der von der Unterstadt zur Oberstadt führt. Von dort ist die Aussicht über die verschachtelte Stadt hinaus auf die tiefblaue Ägäis ein Traum. Tipp: Einige der Restaurants im Ort haben Terrassen zur Seeseite, an denen man einen fantastischen Blick aufs Meer und den Ort hat. Abends wird es voll dort, am besten beim Besuch der Altstadt nachmittags reservieren.



Die besten Liegeplätze sind im mittlerweile gar nicht so schlechten Hafen (...für griechische Verhältnisse, nicht türkische) südlich der Landzunge. Steg-Reste eines  gescheiterten Marina-Projektes sind längst aus dem Becken entfernt worden, jetzt gibt es gute Liegemöglichkeiten längseits oder mit Buganker und Heck zum Pier. Aussen und an der Pier des Wellenbrechers sind die Tiefen mit 3 bis 4 Metern überall ausreichend, nur innen wird es flacher, aber auch dort selten unter 2,5 Metern. Es gibt Wasseranschlüsse, Strom funktionierte bei unserem Besuch allerdings nicht. Ein Hafenmeister kam nicht zum kassieren.

Wichtig: Dicht am Wellenbrecher-Ende liegt eine flache Stelle, Vorsicht bei der Ansteuerung. Nachts können Fallböen zwischen Halbinsel und Festland hindurch aus nordöstlichen Richtungen in den Hafen wehen, der Anker sollte also gut sitzen. Die  besten Liegeplätze sind direkt hinter dem Wellenbrecher weiter innen im Hafen.

Im recht offenen Hafenbecken nördlich der Landzunge liegen häufig grosse Schiffe oder in der Saison sogar Megayachten aus Athen, da es dort entsprechend tief ist. Wer dort liegen will oder muss, weil im Becken südlich alles überfüllt ist, sollte weiter innen einen Platz suchen, dort wird es flacher bis auf etwa 2,5 Meter und die grösseren Schiffe schlucken möglichen Schwell - dafür laufen auf Megayachten die ganze Nacht hörbar die Generatoren. Bei unserem Besuch im Juli war es aber lange nicht so voll, dass so ein Wechsel nötig geworden wäre, selbst Yachten die spät kamen, fanden noch einen Platz.