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Der Insider

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- Kostenfalle Ausland
August 2010

Die Internet-Flatrates gelten nur innerhalb Deutschlands, im Ausland kann telefonieren und surfen mit einem deutschen Tarif deshalb richtig teuer werden. In Extremfällen erhielten Segler nach ihrem Urlaub astronomisch hohe Rechnungen im fünfstelligen Bereich. Die EU hat dem nun einen Riegel vorgeschoben. Für Reisende ins EU-Ausland greift seit zwei Monaten automatisch eine Schutzfunktion. Mehr als 59,50 Euro dürfen die Anbieter nicht mehr für die Internetverbindungen kassieren. Nur wenn Kunden vorher zustimmen, darf weiter gesendet werden. Ansonsten müssen die Anbieter sie informieren, sobald 80 Prozent des Limits erreicht sind. Bei 100 Prozent wird die Verbindung dann gekappt. Da die Preise für Datendienste selbst aber nicht reguliert sind, können Segler die knapp 60 Euro schon erreichen, indem sie nur ein paar Urlaubfotos versenden. Die Türkei gehört nicht zu EU-Ausland, sondern liegt außerhalb dieses Bereiches. Also aufgepasst.


Aktuelle Information zum Telefonieren mit dem eigenen Handy in der Türkei:
23. Mai 2009

Telefonieren mit einem ausländischen Handy ist in der Türkei möglich, aber trotz von der EU reduzierter Roaming-Gebühren kostspielig. Deshalb folgender Tipp für

Segler, die längere Zeit an der türkischen Küste segeln:

Die Anschaffung einer türkischer Prepaid-Karte, mit der man die teuren Roaming-Kosten umgehen kann, ist nach wie vor möglich, aber mit etwas Zeitaufwand verbunden. Die türkischen Netzbetreiber sperren jeweils nach etwa zwei bis drei Wochen die IMEI-Nummer des ausländischen Handys, mit der eine türkische Prepaid-Karte betrieben wird. Dies kann man lediglich durch eine entsprechende, kostenpflichtige (5 TL) Registrierung des Mobiltelefons umgehen. Dazu muss man in den Shop eines Betreibers gehen (Turkcell z.B.) und den Reisepass dabei haben; manchmal verlangen sie auch die Rechnung des Handys, also besser dabei haben. Dann wird dieses als aus dem Ausland kommend und einem Ausländer gehörend registriert und nach einigen Tagen kann die Prepaid-Karte - ohne, dass das Handy gesperrt wird - benutzt werden.

Mit dem Erwerb des Prepaid-Pakets geht man keine Vertragsbindung ein. Man bekommt ein Guthaben, das man abtelefonieren und nachladen kann. Mit der Karte erhält man eine türkische Rufnummer unter der man erreichbar ist, ohne für eingehende Anrufe zu zahlen.

An der Küste und in den größeren Hafenorten wie Kusadasi, Bodrum, Marmaris, Göcek, Fethiye, aber auch Antalya, Alanya, Kemer, Side usw. sind alle Netze gut ausgebaut. Die Versorgung nur noch in wenigen weniger dicht besiedelten Gegenden manchmal schwach.

Die Alternative wäre der Kauf eines türkischen Handys ohne Vertrag, das man dann mit einer Prepaid-Karte verwenden kann mit Handy. Dieses beim jeweiligen türkischen Netzbetreiber erworbene Gerät lässt sich naturgemäß auch dauerhaft im jeweiligen Netz nutzen.


Hilferuf eines Telefongeschädigten

Hallo Herr Hinnerkopf,

ich habe heute eine Frage, die eventuell auch den einen oder anderen Leser des Insiders interessieren könnte:

Auch ich gehöre zu den Handybesitzern, die in der Türkei mittels einer "Hazir Kart" (Prepaid-Karte) eine türkische Telefonnummer betreiben. Aus den inzwischen mir bekannten Gründen war plötzlich Schluss. Da ich natürlich keinerlei Kaufunterlagen für das deutsche Handy dabei hatte, schlugen Reaktivierungsmaßnahmen in Türkcell-Shops fehl.

Ich habe bis zum heutigen Tage durch kleinere Aufladungen meine türkische Telefonnummer "am Leben erhalten" können. Ich möchte nun bei meiner erneuten Einreise im Mai in die Türkei diese Handy-Sperre aufheben. Ein Besuch bei der Einreise beim Zoll im Flughafen Bodrum, bewaffnet mit Handy, Rechnung und IMEI-Nr. erscheint mir wenig sinnvoll (weil ja schon eine Sperre besteht!!!!!!!!).

Wie kann ich am besten vorgehen? Besteht eventuell eine Handlungsmöglichkeit auch schon hier von Deutschland aus?

Für eine Beantwortung wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Schöne Grüße aus dem inzwischen wieder kühlen Süddeutschland
Horst Strutz
SY. GODENWIND


Hallo Herr Strutz,

Ihr deutsches Handy muss bei der Einreise in der Türkei registiert werden - sonst wird es gesperrt. Für die Registrierung braucht man die Originalrechnung vom Handykauf. Damit geht man am Tag nach der Einreise zum türkischen Provider und lässt das Handy freischalten. Es kostet um die 5 YTL und dauert ein paar Tage, bis die IP-Sperre aufgehoben ist. Die Sperrung ist übrigens nur in der Türkei wirksam; mit der Karte zuhause funktioniert es wieder wie vorher.

Tipp: Wenn man länger in der Türkei bleibt und das Handy nicht mehr entsperrt bekommt, sollte man sich ein preiswertes Handy hier kaufen - siehe Anmerkung ganz oben.

Hintergrund:
Wie sich inzwischen herumgesprochen hat müssen Mobiltelefone - will man sie mit einer türkischen Prepaid-Karte in der Türkei benutzen - bei der Einreise in die Türkei registriert werden. Für diese Registrierung ist die Rechnung vom Telefonkauf vorzulegen und die IMEI-Nummer. Diese erfährt man durch Eingabe der Tastenkombination *#06#. Die Registrierung beim türk. Provider (bei dem man die Prepaid-Karte gekauft hat, also z.B. Turkcell), um die Sperrung aufheben zu lassen.


Interessant ist auch das Angebot von Ay Yildiz, einem Anbieter auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, der sich insbesondere an die in Deutschland lebende türkische Gemeinschaft richtet und ganz gute Konditionen für die mobile Kommunikation hier und dort bietet. Details dazu: klick


Telefonieren auf dem Wasser: Viel zu teuer!

Ab Mitte 2009 soll das anders werden. Denn v
iel zu viel fand die zuständige EU-Kommission und drohte den Telefon-Unternehmen die Reduzierung der Roaming-Gebühren an. Inzwischen bieten die großen Netzbetreiber Sonderoptionen und haben niedrigere Preise für Gespräche im Ausland angekündigt. Insahllah wird das auch wahr.

Das Stromnetz in der Türkei liefert überall 220 Volt, in der Regel ist aufgrund der weiten Verbreitung der auch in Deutschland gebräuchlichen, zweipoligen Eurostecker kein Adapter notwendig. Ein Universaladapter empfiehlt sich jedoch bei jeder Auslandsreise.

Früher war es wichtig, sich vor Reiseantritt darüber zu informieren, in welchen Netzen im Reiseland die günstigsten Konditionen für Telefonate und den SMS-Versand gelten. In den aktuellen Roaming-Tarifen spielt das jedoch keine Rolle mehr, so dass man sich in das jeweils am besten empfangbare Netz einbuchen kann.

Schaltet man in der Türkei sein Handy ein, bucht es sich automatisch in ein verfügbares regionales Netz. Dies ist in der Regel immer das stärkste Netz und nicht das billigste. Deshalb ist es ratsam in den Voreinstellungen des Handys, unter "Bevorzugtes Netz" den billigsten Anbieter einzutragen. Nur wenn der billigste Anbieter nicht verfügbar ist, bucht sich das Handy bei der Konkurrenz ein.

Der größte Kostenposten fällt an, wenn man sich auf der deutschen Handy-Karte im Ausland anrufen lässt. Da der Anrufer nicht wissen kann wo man sich gerade befindet, zahlt er nur die Gebühren, die bis zur deutschen Netzgrenze anfallen. Die fälligen Auslandsgebühren trägt der Angerufene, sobald er den Anruf entgegennimmt.

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Kommentar dazu:



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TelCell

Dirk Nane, 20.6.2010
Hallo, auch ich habe mit WLAN Handy in der Türkei telefoniert. Auch Sipgate und sogar über Skype, welches sogar kostenlos ist, wenn der zu Hause Gebliebene auch Skype verwendet! Bei Sipgate bekommt man sogar eine deutsche Festnetznummer unter der man dann (sofern man im Internet eingebucht ist) komplett kostenlos angerufen werden kann. Da in der Türkei genügend WLAN-Punkte zur Verfügung stehen - kein Problem!

Jörg Graff, 21.5.2010
1. Da man in den meisten Marinas und auch an vielen Restaurantstegen ein brauchbares WLAN bekommt, kann man sehr preiswert über VoIP telefonieren. Über sipgate bezahle ich 1,79 Cent pro Minute ins deutsche Festnetz, per Handy sind es 1,49 Euro!
2. In Sichtweite griechischer Inseln kann man versuchen, sein Handy dort einbuchen zu lassen, sehr viel billigeres Roaming als über türkische Netze.

Rolf Feucht, 26.2.2010
Nach meiner Kenntnis kosten Gespräche von der Türkei nach Deutschland durchschnittlich 1,50 EUR, ankomende dagegen ca. 0,70 EUR. Anrufen lassen ist deshalb günstiger, vor allem wenn div. Prepaidkarten benutzt, so dass der Anrufer in Deutschland 3 Cent pro Minute und der Empänger in der Türkei ca. 70 Cent bezahlt, anstatt ca. 1,50 EUR für den Anruf aus der Türkei (siehe www.teltarif.de/roaming/tuerkei/handy.html)


Kein Name, 18.7.2009
Was ist wenn man die ganze Reise lang das Handy aus hat? Wird es dann trotzdem gesperrt?

Antwort
Wenn man es als Roaminggerät mit der eigenen Karte verwendet wird es nicht gesperrt. Nur wenn man eine türkische (Prepaid-)Karte kauft und einlegt, erfolgt die Sperrung.

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